386
urn:cts:farsiLit:hafez.divan.perseus-far1:29.5-29.5
urn:cts:farsiLit:hafez.divan.perseus-eng1:29.5
German Translation
[1]  Beim Herren! geselle dich nicht zu dem Mönch, Verhülle die Wangen vor Trunkenen nicht.
[2]  Befleckt ist die Kutte nur leider zu viel, Gesegnet die Zeiten der Kleider voll Weins!
[3]  Mir thaten die Weiseren nie was zu Leid, Die Freude der Trinker sey niemals getrübt.
[4]  Du bist von zu zarter und feiner Natur, Ertragest der Kutten Beleidigung nicht.
[5]  Du hast mich berauschet, verstecke mich nicht, Eröffne die Lippen, das trunkene Aug'! Es brauset der Wein aus Verlangen nach dir,
[6]  O schau, wie von diesen Bedrückern bedrängt, Die Flasche voll Blut ist, das Barbiton stürmt.
[7]  Nimm dich vor der Hitze Hafisens in Acht! Es brauset gleich siedenden Töpfen sein Herz.
173
urn:cts:farsiLit:hafez.divan.perseus-far1:10.74-10.74
urn:cts:farsiLit:hafez.divan.perseus-eng1:10.74
German Translation
[1]  Beim Gebet sind mir Deine Brau'n in Gedanken gekommen. Vom Altare her Ist mir Klagen und Wehe gekommen.
[2]  Du verlang' von mir Herzensruh', und vernünftige Art nicht. Alles, was du sahst, Haben Winde zum Spiele bekommen.
[3]  Rein ist nun der Wein, Und die Vögel der Flur sind betrunken. Liebesodem weht Und die Lieb' ist in Vorschein gekommen.
[4]  Ich vernehme nun Guten Duft von dem Laufe der Zeiten, Rosen bringen Lust, Und der Ostwind ist fröhlich gekommen.
[5]  Du beklage nicht Neuvermählte der Tugend! dein Schicksal, Schmück' dein Kämmerlein, Denn der Bräutigam ist nun gekommen.
[6]  Jene Mädchenschaar Die zum Reiche der Pflanzen gehöret, Ist in sich verhüllt, Meine Schöne ist offen gekommen.
[7]  Alle Bäume sind Mit der Bürde der Zweige belastet, Schön ist die Cypreß, Die mit Freyheit davon ist gekommen.
[8]  Sänger sing' ein Lied, Von den lieblichen Liedern Hafisens, Daß ich sagen kann: Lust sey mir in Erinnerung gekommen.
29
urn:cts:farsiLit:hafez.divan.perseus-far1:4.15-4.15
urn:cts:farsiLit:hafez.divan.perseus-eng1:4.15
German Translation
[1]  Schwebt dein Bild mir vor den Augen, Was kümmert mich das Trinken? "Sey gefaßt - so sprich zur Kanne - "Denn die Schenke wird zerfallen." -
[2]  Ist gleich in dem Rebensafte Selbst das Paradies enthalten, Gießt ihn weg! es sind Scherbete, Ohne Mädchen mir die Hölle.
[3]  Weh! die Freundinn ist entflohen, Und in meiner Augen Thränen, Sind die Formen Ihrer Schönheit Zart auf Wasser hingemalet.
[4]  Wache auf mein Auge! wache! Wer auf diesem Posten schlummert, Ist von der Gefahr des Stromes Keinen Augenblick gesichert.
[5]  Die Geliebte wollte ohne Schleyer hier vorüberwallen, Aber sie sah Nebenbuhler, Deßhalb hat sie sich verschleyert.
[6]  Seit die Rose hat gesehen Deines Wangenthaues Anmuth, Sank, auf Eifersucht verbrennet, Sie in Rosenwasser unter.
[7]  Thäler grünen, Berge grünen, Komm und laß uns an dem Wasser Nicht mit leeren Händen sitzen, Denn die Zeit zerrinnt wie Wasser. Dein Gesicht hat in dem Herzen Hundert Lichter angezündet, Obgleich (das ist eben selten) Hundert Schleyer es verhüllen. O du Flammenkorn der Herzen, Ohne deiner Wangen Schimmer Ist mein Herz, das an dem Feuer Tanzte, längst in Staub verbrennet. Immer sey Hafis betrunken, Immer koß' er liebeäugelnd, Manche wunderliche Streiche Ziemen in der Zeit der Jugend.
[8]  In dem Winkel meines Hirnes Such' ich Rath und gute Lehren, Denn du wirst darin von Cythern Und von Lauten übertönet. Was für eine hohe Straße Ist die Straße deiner Liebe! Denn der Ocean des Himmels Ist nur Wasserschein dagegen!
432
urn:cts:farsiLit:hafez.divan.perseus-far1:32.4-32.4
urn:cts:farsiLit:hafez.divan.perseus-eng1:32.4
German Translation
[1]  Schenke betrunken vom Glase der Liebe Reiche den Wein! Fülle den Becher, denn traurig ist ohne Wein das Gelag.
[2]  Sieh'! wie der Mond sind die Wangen des Liebsten Schleier verhüllt; Spiele mir Sänger eins auf, und du Schenke Reiche den Wein!
[3]  Lege den Ring des gebogenen Körpers Dir um den Hals, Keine Erlösung sonst seh' ich von diesem Bitteren Schmerz.
[4]  In der Erwartung von deinem Gesichte Schwindet der Tag, Und die Gebilde des Traums sind von deinem Hochgenuß voll.
[5]  Ach! ich bin trunken von jenen zwei Augen, Wo ist das Glas? Ach! und ich kränkle ob jenen Rubinen, Wo ist der Schlaf?
[6]  Sag' mir, Hafis, wie du magst dem Geliebten Weihen das Herz. Ward je ein Durst'ger in Wüsten vom Schein des Wassers gelabt.
491
urn:cts:farsiLit:hafez.divan.perseus-far1:32.63-32.63
urn:cts:farsiLit:hafez.divan.perseus-eng1:32.63
German Translation
[1]  Der Augenbrauen.
[2]  Ich hoffe, daß der Freiheitsbrief Des Liebespiels, Versiegelt wird mit dem Tugra,
[3]  Mein Kopf entfloh, mein Auge brennt Voll von Erwartung, In einen trauten Freundenkreis Geführt zu werden.
[4]  Betrübet ist mein Herz, ich will, Mein Kleid verbrennen, O kommet, kommet zu mir her Und schauet, schauet!
[5]  Macht, wenn ich sterbe, meinen Sarg Aus Cedernholze, Ich bin gestorben an dem Brand Von einer Ceder.
[6]  Ich habe meines Herzens Zaum Jemand gegeben, Der vor den Kronen, vor dem Thron, Nicht Scheu und Furcht hat.
[7]  Hier, wo die Schönen insgesammt Mit Schwertern morden, Sey nicht verwundert, wenn ein Kopf Hinfällt zum Fuße.
[8]  Ich, dessen Haus erleuchtet ist Vom Glanz des Mondes, Wie könnte ich denn tragen Scheu Vor Sternenschimmer?
[9]  Was ist die Trennung, was Genuß? Begehr' Erlaubniß, Denn jeder Wunsch, den du sonst thust, Geht in die Lüfte.
[10]  Die Fische streuen Perlen aus Aus Lust und Sehnsucht, Sobald das Schiff Hafisens sich Dem Meere nahet.
438
urn:cts:farsiLit:hafez.divan.perseus-far1:32.10-32.10
urn:cts:farsiLit:hafez.divan.perseus-eng1:32.10
German Translation
[1]  Leichten Schrittes gieng Selma am liebenden Herzen vorüber. Und es rief ihr zu jeglichen Tages, mein Geist!
[2]  Herzensgeliebter, o wirst du nicht mir Herzensverbrannten Schenken Arzney wider die Schmerzen des Feinds?
[3]  In den Schmerzen, worein mich deine Liebe versenket, Trau' ich nur Gott mich an, ihm dem Beherrscher der Welt.
[4]  Wenn du vielleicht noch läugnen sollst die Leidenschaft Leila's, Schaue mir in das Gesicht, daß deine Zweifel vergeh'n.
[5]  O mein Schönheitsgötz', ich ergreife so mancherlei Wege, Tief in Liebesgluth, tief ist versenket mein Herz.
[6]  Du empfehl' mir immer zum Heile der Seele die Reue, Ach! ich werde nicht klug durch der Erfahrungen Schein.
[7]  Siehe, dein Gram hat längst mir's Herz verzehrt und zerfressen, Und doch ruft man mich noch nicht zur edenischen Flur.
[8]  Sieh' Hafisens Herz steckt in der Krause des Haares, Und in finsterer Nacht leitet der Herr mich den Weg.
318
urn:cts:farsiLit:hafez.divan.perseus-far1:28.10-28.10
urn:cts:farsiLit:hafez.divan.perseus-eng1:28.10
German Translation
[1]  Wenn du hinaus auf Felder geh'st,Hinaus in's Grüne wandelst,So strömet meine blut'ge Thrän'Herab die gelben Wangen.
[2]  Du schauest mich und alsogleichVermehrest du mein Leiden;Ich schaue Dich und alsogleichVermehrt sich meine Liebe.
[3]  Ich weiß nicht, was im Sinn du führst,Du fragst nicht, wie's mir gehe;Du eilest nicht, mir beizustehn,Weißt du nicht, daß ich kränkle?
[4]  Du wirfst mich in den Staub, und gehstVorüber, ist dies billig?O komm, und frage, wie's mir geht,Ich will dein Wegstaub werden.
[5]  Ich zieh' die Hand von deinem StaubNicht ab, bis daß ich Staub bin,Wenn du mein Grab vorübergehst,Flieg' ich dem Saum als Staub an.
[6]  Im Gram um deine Liebe giengHinab zum Grund die Seele,Du rächest dich, du sagest nichtNun ruhe aus ein wenig.
[7]  Ich suchte bei der dunkeln NachtMein Herz in deinen Locken,Da sah ich deiner Wangen Mond,Und trank aus rothen Lippen.
[8]  Ich zog dich her an meine Brust,Da kräusten sich die Haare,Ich legte Lippen auf den Mund,Aufopfernd Herz und Seele.
61
urn:cts:farsiLit:hafez.divan.perseus-far1:4.47-4.47
urn:cts:farsiLit:hafez.divan.perseus-eng1:4.47
German Translation
[1]  O Morgenwind gehst du vorbei Beim Aufenthalt der Freundinn, Bring einen Hauch vom Wohlgeruch Des Ambrahaars der Freundinn.
[2]  Bei ihrer Seel'! ich will aus Dank Die meinige verstreuen, Wenn du zu mir die Kunde bringst Vom Busenschnee der Freundinn.
[3]  Ich bin ein Bettler! - Ihr Genuß! O wehe der Verwirrung! Vielleicht kann ich im Traume sehn Das schöne Bild der Freundinn.
[5]  Es zittert auf mein hohes Herz Wie Weiden leicht beweglich, Aus Sehnsucht nach dem hohen Wuchs Der Pinie der Freundinn.
[6]  Wiewohl die Freundinn mich für nichts Erkaufet hat zum Sklaven, So geb ich doch um eine Welt Kein Haar vom Kopf der Freundinn.
[7]  Was nützt es wohl, wenn auch das Herz Hafisens frey vom Gram ist, Er bleibet doch der treue Knecht, Er bleibt der Sklav der Freundinn.
329
urn:cts:farsiLit:hafez.divan.perseus-far1:28.21-28.21
urn:cts:farsiLit:hafez.divan.perseus-eng1:28.21
German Translation
[1]  Morgens legten vor mir die Zwillinge nieder das Währhäng, Ha! ich schwöre, ich bin wahrlich der Diener des Schahs.
[2]  Komm' o Schenke komm! mit der Hilfe des wirkenden Glückes Sey der heiße Wunsch mir von dem Herrn gewährt!
[3]  Reich' mir das Glas, aus Freude des Schahes Antlitz zu sehen, Wird mein greises Haupt wieder von neuem verjüngt.
[4]  Höre mir auf zu beschreiben die Lebensquelle von Chiser, Aus den Hefen des Schahs trink' ich die Quelle Kewßer.
[5]  Schah! und wenn ich den Thron der Tugend zum Himmel erhöbe Blieb' an deiner Thür' immer ein Bettler ich noch.
[6]  Tausend Jahre hindurch war ich dein Bechergenoße, Kann vom Gnadenort ich mich entfernen vielleicht.
[7]  Wenn Du aber dem Wort des Dieners Dich weigerst zu glauben, Bringe ich von Kemal Probe und Sicherheit Dir.
[8]  Gieß' ich mein Herz von Dir, und sollt' ich die Liebe dir rauben, Wen beschenkt ich wohl? Welchem vergäb' ich mein Herz?
[9]  Ben Mohammed Manßur der Sieger ist mein Beschützer Seines Namens Kraft richtet die Feinde zu Grund.
[10]  Ich bin von Ewigkeit her bestimmt zur Liebe des Schahes, Wenn ich gleich hiedurch manchmal die Straße verlier'.
[11]  Sieh' sein Namen ist mit Plejaden an Himmel geschrieben, Wer besiegt mich im Lied? soll ich die Perlen nicht reihn?
[12]  Hab' ich Falken gleich aus der Hand des Schahes gegessen, Hat denn Rauben, und Jagd einigen Reiz noch für mich?
[13]  Schah! der Löwen ergreift! Sag' an, was hast du verloren, Deines Schattens Glück gönne uns Frieden und Ruh. Ohne Federn und Flügel bin ich, daher ist's zu wundern, Daß ich zum Simorg mich zu erschwingen befleiß'.
[14]  Hundert Herzen erobert durch dich die Kraft des Gesanges, Gleichsam als gliche mein Wort deinem erobernden Schwerdt.
[15]  Wenn ich vorübergeh' am Rosenbeet wie der Ostwind, Reizet mich die Cypreß, reiz't mich die Pinie nicht.
[16]  Deinen Geruch vernahm ich im Feld, und auf deine Gesundheit Reichten die Schenken der Lust einen zwey Becher mir her.
[17]  Meine Sache ist's nicht, nur ein zwey Tropfen zu trinken, Denn in Schenken ward ich ein erfahrener Greis.
[18]  Immer zank' ich mit dem Lauf des Himmels, der Sterne, Der gerechte Schah möge entscheiden den Streit.
[19]  Gott sey Dank, daß sogar am äußersten Giebel des Himmels, Gabriel an dem Thron meine Gesänge vernimmt.
[20]  Aus dem Buche der Liebenden sey mein Name vertilget, Wenn für Andere einst, Liebe die Brust mir entflammt.
[21]  Wüthend stürzte auf mich, um mich zu zerreißen der Löwe, Mager oder fett bin ich die Beute des Schahs.
[22]  Mehr sind verliebet in dich als Stäubchen im Sonnenschein fliegen, Ich ein Sonnenstaub, o! wann gelang' ich zu dir.
[23]  Zeige mir an, wer hat je deine Schönheit geläugnet, Daß aus Eifersucht ich ihm das Auge zerhau'.
[24]  Siehe auf mich ist der Schatten der Sonne des Glückes gefallen, Nun bedarf ich des Scheins anderer Sonnen nicht mehr.
[25]  Keineswegs ist mein Sinn mit diesen Worten zu handeln, Ich verkaufe und kauf' solche Liebkosungen nicht. Immer liebet Hafis mit vollem Herzen den Propheten, Seine Familie giebt wahrlich das Zeugniß hievon.
250
urn:cts:farsiLit:hafez.divan.perseus-far1:12.6-12.6
urn:cts:farsiLit:hafez.divan.perseus-eng1:12.6
German Translation
[1]  Zeig' das Gesicht, damit ichMeines Daseyns vergesse,Streu' in den Wind die SpreuVerbrannter Herzen, trage sie fort.
[2]  Augen und Herz hab' ich derFluth des Elend's geweihet,Sage zum Strom' des Grams:Zerstör' mein Wesen, trage es fort.
[3]  Ha! wer vermag den MoschusSeiner Locken zu riechen,Diese Begier, mein Herz,Must du verbannen, trage sie fort.
[4]  Sage der Brust: entflamme denHeuchler, unseren Mobed,Sage dem Aug': verschling'Des Tygers Fluthen, trage sie fort.
[5]  Lebe der Wirth! und leicht istAlles Uebrige sonsten,Andere giebt es nochAus dem Gedächtniß, trag' mich nicht fort.
[6]  Ohne Bemüh'n wird's dir aufDiesem Weg nicht gelingen,Willst du den Lohn, gehorch'Zuerst dem Meister, trag' ihn dann fort.
[7]  Gieb mir das Wort, an meinemSterbetag mich zu besuchen,Und du befreyest michHinfort von Leiden, tragest sie fort.
[8]  Gestern noch sprach er: ich willMorden dich mit den Wimpern,Blutiger Sinn, entfleuchAus seinem Herzen, trage dich fort!
[9]  Denke Hafis! des FreundesZartes weiches Gemüthe,Geh', und entferne von ihmDie Klagetöne, trage sie fort.
145
urn:cts:farsiLit:hafez.divan.perseus-far1:10.46-10.46
urn:cts:farsiLit:hafez.divan.perseus-eng1:10.46
German Translation
[1]  Ich weiß nicht, was der Rausch sey, Und wer ihn zu mir gebracht, Ich weiß nicht, wer der Schenke, Woher er den Wein gebracht. Welch' eine Wunderweise Ertönet von seinem Griff, Daß mitten in die Lieder Er traulichen Ton gebracht.
[2]  Nimm Wein in deine Hände, Und wandre auf das Feld, Der Vogel süßer Töne Hat neuen Gesang gebracht.
[3]  Beklage nicht, wie Knospen, O Herz! das Verschloßenseyn, Der Morgenwind hat einen Auflösenden Hauch gebracht.
[4]  Der Hyacinth, die Rose Sind glücklich angelangt, Das Veilchen hat Vergnügen, Die Freude Jasminen gebracht.
[5]  Der Ostwind ist der Bothe Der Liebe von Salomon, Er hat ihm Freudenkunde Von Saba's Gefild gebracht.
[6]  Des Schenkes Schmeichelei ist Des Kränkelnden Herzarzney. Erheb' den Kopf, der Arzt hat Die Mittel der Heilung gebracht.
[7]  Ich bin des Wirthes Jünger, Erzürne dich nicht. O Scheih, Warum hast du's versprochen, Und er es zu Stand gebracht.
[8]  Ich will dem engen Auge Des Türken ein Opfer seyn, Der mich halbnackten Derwisch Auf's Schlachtfeld hinausgeführt.
[9]  Der Himmel ist mit Willen Hafisens getreuer Knecht, Seit unter deinen Fittig Sein Schicksal er hat gebracht.
96
urn:cts:farsiLit:hafez.divan.perseus-far1:5.1-5.1
urn:cts:farsiLit:hafez.divan.perseus-eng1:5.1
German Translation
[1]  Schäferstunde, schaffe Recht den Armen;Wider der Tyrannen Trennung; Hülfe!
[2]  Meine Schmerzen stillt kein Mittel; Hülfe!Meine Trennung hat kein Ende; Hülfe!
[3]  Weg ist's Herz, nun suchen sie die Seele;Wider die Gewalt der Schönen, Hülfe!
[4]  Für den Kuß begehren sie die Seele;Wider diese Seelenräuber, Hülfe!
[5]  Unser Blut verzehren sie, die Gauern.O Moslime, wo sind Mittel, Hülfe! Jeden Augenblick drängt neues Leiden,Wider Herz und Seelenlose – Hülfe!
417
urn:cts:farsiLit:hafez.divan.perseus-far1:31.2-31.2
urn:cts:farsiLit:hafez.divan.perseus-eng1:31.2
German Translation
[1]  Der Herzrubin erfreut mich stets, Mir geht's nach Wunsch, Gott sey's gedankt!
[2]  O Loos, zieh' ihn an deine Brust, Zieh' bald das Glas, bald den Rubin.
[3]  Im Rausche ward ich zum Gespräch Den Alten und Unwissenden.
[4]  Mich reuet, was der Fromme sprach, Und vor dem Mönche bewahr' mich Gott!
[5]  O Herz! fühlst du den Trennungsschmerz, Die hundert Thränen, hundert Ach!
[6]  Den Ketzer treff' nicht solcher Gram, Wie du dem Maale angethan. Den Liebenden gedeiht Geduld, Darum begehr' Geduld von Gott. Mein Gurt ist das befleckte Kleid, O Frommer laß das Gaukelspiel. In seinem Anschaun freut' ich mich, Gott wehre mir nicht den Genuß. Ich wende mich vom Dienst nicht ab, Im Staube bleibt mein Kopf versenkt.
[7]  Hafis vergaß durch dein Gesicht Das Nachtgebet, die Morgenzeit.
91
urn:cts:farsiLit:hafez.divan.perseus-far1:4.77-4.77
urn:cts:farsiLit:hafez.divan.perseus-eng1:4.77
German Translation
[1]  O Du, ferne von mir! sey Gott befohlen! Ich Verbrannter, ich bin Dir gut von Herzen.
[2]  Glaub' nicht, daß ich die Hand von deinem Saume Lasse, bis mich das Tuch des Grabes umwickelt.
[3]  Zeige mir den Altar von deinen Brauen, Daß zum Morgengebet die Händ' ich hebe.
[4]  Soll nach Babel ich gehen, zum Zaubrer Harut, Alles würde versucht, dich mitzunehmen.
[5]  Daß ich sterbe, das willst du ungetreuer Arzt! den Knaben besuch', er harret Deiner.
[6]  Sieh', es fließet der Strom von meinen Thränen, Daß der Saamen der Lieb' aus Dir entsprieße.
[7]  Du vergoßest mein Blut, den Gram der Trennung Nahmst du aber hinweg, mit deinen Dolchen.
[9]  Du, verleihe mir Kraft, daß zu den Füßen Perlen ich streu' aus meinen Augen.
[10]  Wein und Mährchen Hafis geziemen dir nicht, Auch das kleinste Vergehn werd' ich bestrafen.
310
urn:cts:farsiLit:hafez.divan.perseus-far1:28.2-28.2
urn:cts:farsiLit:hafez.divan.perseus-eng1:28.2
German Translation
[1]  Sey willkommen, o glücklicher Vogel,Gesegneter Bothe!Welche Kunde vom Freunde vom Guten?Wo führet sein Weg hin?
[2]  Herr! Du leite der Reisenden HeerzugDurch ewige Güte;Sie verstricken die Feinde in Schlingen,Sie beglücken Verliebte.
[3]  Was sich alles mit mir und dem LieblingHat Verschiednes ereignet,Hat kein Ende, denn leider! gebrichts hierSo am Ausgang wie Anfang.
[4]  Allzu üppig erscheinen die Rosen,Zeig' die Hülle des Geistes!Wohl bewegen sich schwankend Cypressen,Doch nicht lieblich, o Wandler!
[5]  Wenn der Liebling befiehlt, aus den LockenFeuergürtel zu machen,Dann, o Meister! ist's uns nicht erlaubet,Ordenskleider zu tragen.
[6]  Jüngst noch prahlte der Vogel des GeistesMit dem Lebensbaum Sidra,Sieh da hat ihn das Körnlein des MaalesIn die Schlingen gelocket.
[7]  Sage, ziemt es dem blutigen AugeZiemt es ihm wohl zu schlafen?Kann derjenige schlafen, der siechendStets in Todesgefahr liegt.
[8]  Du zeigst leider! mir Elenden keineHuld, keine ErbarmungDieses ist vorüber, ich klage,So bist du und die Zeiten.
[9]  Wenn Hafis zu den Brauen sich hinneigt,Ist's nicht anders als billig,Denn es machen die Künstler der RedeHochaltäre aus selben.
358
urn:cts:farsiLit:hafez.divan.perseus-far1:28.50-28.50
urn:cts:farsiLit:hafez.divan.perseus-eng1:28.50
German Translation
[1]  Ich kann das Ende von dem Gram der Welt nicht sehen, Ich kann kein Mittel als den Saft der Traube sehen;
[2]  Ich mag nicht dem Gespräch des alten Wirths entsagen, Ich kann den Nutzen von Entsagung gar nicht sehen.
[3]  Des Glases Sonne zeige dir der Freuden Höhe, Du wirst kein besseres Loos in den Gestirnen sehen.
[5]  O wehe, weh! den beiden Augen voll von Thränen, Ich kann ihr Angesicht nicht mit zwey Spiegeln sehen.
[6]  Seit daß dein Wuchs dem Thränenstrom des Aug's entflohn, Kann ich darinn nur Wasser statt Cypressen sehen.
[7]  Kein Mensch giebt mir vom Liebestrunk der Hefen. O, schau! ich kann nicht einen Mann von Herzen sehen,
[8]  O frage mich nicht um das Haar von ihrer Mitte, Ich band mein Herz daran, und kann es doch nicht sehen.
[9]  Ich bleibe bei Hafisens Schiff, denn auf dem Meere Kann ich kein anders Boot, das Herzen führet, sehen.
284
urn:cts:farsiLit:hafez.divan.perseus-far1:16.13-16.13
urn:cts:farsiLit:hafez.divan.perseus-eng1:16.13
German Translation
[1]  Einer sprach gestern im Winkel der Schenke:Trinke nur zu, man verzeiht dir die Sünde.
[2]  Gottes Verzeihung ist immer dieselbe,Engel verkünden die Kunde der Gnade.
[4]  Ist der Genuß nicht die Frucht des Bemühens,Sollst du o Herz dich doch immer bemühen.
[6]  Haare des Freundes gehören dem Ohre;Staub von der Schenke geziemt dem Gesichte.
[7]  Selber der Rausch ist erläßliche Sünde,Denket Hafis nur der Milde des Schahs.
[8]  Er der Besitzer des Glaubens SchedschaaWelchem selbst Gabriel Huldigung leistet,
[9]  König des Himmels! erfüll' sein Begehren,Wollest von bösem Gesicht ihn bewahren!
124
urn:cts:farsiLit:hafez.divan.perseus-far1:10.25-10.25
urn:cts:farsiLit:hafez.divan.perseus-eng1:10.25
German Translation
[1]  Die Freundinn, deren Haarnarziß Der Schwärze Neid erreget hat, Sie, die mit den Verliebten noch Beständig was zu zanken hat.
[2]  Mit Schnelle geht sie über das, Was sie zunächst betrift, hinaus. Was ist hiebei zu thun, sie lebt, Ihr wißt, das Leben Eile hat.
[3]  Ihr strahlenvolles Mondgesicht Vom Schleier ihres Haars versteckt, Ist blos ein Sonnenangesicht, Das Wolken vorgezogen hat.
[4]  Mein Auge hat in jeder Eck' Vergoßen einen Thränenstrom, Damit der hohen Cedern Wuchs Beständig frisches Wasser hat.
[5]  Die Schelmenwimpern haben zwar Aus Irrthum ausgeschöpft mein Blut, Es mangle nie Gelegenheit hiezu, Weil man die beste Absicht hat.
[6]  Wenn was von ihren Lippen quillt, Das wahre Lebenswasser ist, So ist ein Dunst nur jener Quell, Den Choser im Besitze hat.
[7]  Dein trunknes Aug' verlanget sehr, Daß ihm mein Herz sey dargebracht, Natürlich! denn es ist ein Türk, Der nach dem Raub' Verlangen hat.
[8]  Ach meine kranke Seele darf Sich nicht erkundigen um dich, Beglückt der Kranke, welcher stets Von seinem Freunde Kunde hat.
[9]  Wenn würdigt sich dein trunkenes Aug', Herabzuschauen auf Hafis, Dein trunknes Aug', das überall Verzweiflung angerichtet hat.
39
urn:cts:farsiLit:hafez.divan.perseus-far1:4.25-4.25
urn:cts:farsiLit:hafez.divan.perseus-eng1:4.25
German Translation
[1]  Bedarf mein Garten wohl der Pinien, Cypreßen? Wem weicht der Buchs des Freundes genährt in meinem Schatten.
[2]  Bei deinem Haupt! o Knabe sag', weß Glaubens bist du, Daß unser Blut dir mehr als Muttermilch gedeiht!
[3]  Siehst du von weitem nur das Bild des Grames, trinke! Der Wunden Tiefe prüften wir, es hilft dies Mittel.
[4]  Warum soll ich mich von der Thür des Wirths entfernen? Hier wohnt das Glück, hier werden aufgethan die Wünsche.
[5]  Zerbrochne Herzen kaufet man auf unsrem Wege, Es wird der Handel hier auf andre Art getrieben.
[6]  Genuß versprach er mir, noch gestern bei dem Weine; Was sagt er heut, was lieget ihm denn wieder in dem Kopfe? Einförmig ist der Liebe Gram und seltsam ist er! Ich hörte keinen der sich wiederhohlet hätte.
[8]  O komm, es sehnet sich nach dir das Hoffnungsauge, Wie's Ohr der Fastenden nach dem Alla Ekber.
57
urn:cts:farsiLit:hafez.divan.perseus-far1:4.43-4.43
urn:cts:farsiLit:hafez.divan.perseus-eng1:4.43
German Translation
[1]  Schau den Schwarzen nur an, Der die Welt versüßt! Augen glühen, Lippen lachen Herzen sind fröhlich durch ihn.
[2]  Zuckermündige sind Zwar die Herr'n der Welt, Aber Salomon ist jener, Welcher den Siegelring hat.
[3]  Er ist schön von Gesicht. Rein und tugendvoll. Beider Welten reine Seelen Geben darum ihm Geleit.
[4]  Dieses schwärzliche Maal Auf den weißen Wangen, Lehrt uns dieses sey das Körnlein Welches einst Adam verführt.
[5]  Weise sinnet der Freund, Freunde helft bey Gott! Wie wird's gehen dem wunden Herzen? Denn die Arzney ist bei Ihm.
[6]  Wem kann ich es vertrauen? Dieser Mörder hat Mich erschlagen, ob er gleich den Hauch des Meßias besitzet.
[7]  Zähle deinen Hafis Stets den Frommen zu, Denn es wandeln viele Geister Seliger Freunde mit ihm.