243
urn:cts:farsiLit:hafez.divan.perseus-far1:10.144-10.144
urn:cts:farsiLit:hafez.divan.perseus-eng1:10.144
German Translation
[1]  Wer deinen Hauch im Wehn Des Ostwinds hört, Hat vom vertrauten Freund Ein Wort gehört.
[2]  Schau auf den Bettler her, O Schönheits Schah! Ich hab' der Sagen viel Hievon gehört.
[3]  Ich würze meinen Geist Mit Moschuswein, Vom Ordenskleid hab' ich Nie Trug gehört.
[4]  Sieh die Geheimniße Des Frommen, ey! Wie hat denselben denn Der Wirth gehört!
[5]  O Herr! wo ist ein Freund, Daß ihm mein Herz Vertrau', was es geseh'n, Was es gehört.
[6]  Für's dankerfüllte Herz Geziemt sich's nicht, Daß es von seinem Freund Was Hartes hört.
[7]  Kehr' ich beraubt zurück, Was ist es denn! Wer hat im Rosenbeet Von Treu' gehört!
[9]  Wir trinken nicht erst heut Im Ordenskleid, Der Wirth hat hundertmal Hievon gehört.
[10]  Wir trinken nicht erst heut Zum Lautenton, Die Welt hat lange schon Dies angehört.
[11]  Des Weisen Rath ist gut, Und reines Gold; Wohl dem, der folgsam ihn Und wirklich hört. Mein Herz spricht mit dem West Des Abends stets; Des Morgens hört der Ost Mein Herzgespräch.
[12]  Zu fleh'n ist eine Pflicht, Hafis sorg' nicht, Darum ob sie's gehört, Ob nicht gehört.
355
urn:cts:farsiLit:hafez.divan.perseus-far1:28.47-28.47
urn:cts:farsiLit:hafez.divan.perseus-eng1:28.47
German Translation
[1]  Was mir am dienlichsten scheint bei diesen gefährlichen Zeiten, Ist in das Wirthshaus zu ziehn, lustiger Dinge zu seyn.
[2]  Mit dem Glas in der Hand, bin ich dort ferne von Heuchlern, Rein bewahr' ich mein Herz in dem Getümmel der Welt,
[3]  Keinen Freund verlang' ich mir dort, als das Buch und die Flasche, Daß ich vergeße der List, daß ich vergeße des Trugs.
[4]  Stolz wie Cypreßen erheb' ich mein Haupt hoch über die Menschen, Wenn mein Vorsatz gelingt mich zu entziehen der Welt.
[5]  Selbst in bemackeltem Kleid hab' ich noch mit Gutem geprahlet, Aber ich stehe dafür Schenken und Trunknen zum Spott.
[6]  Ach! der engen Brust, und ach! der Bürde der Leiden Solche Bürden des Grams trägt nicht das siechende Herz.
[7]  Sey' ich ein Trunkner vom Platz, und sey von der Stadt ich der Hüter, Sieh' ich bin wie ich bin, manchesmal schlechter vielleicht.
[8]  Gräme dich nicht mein Herz, ich bin der Sklav des Wesires, Klagte den Himmel ich an, ständ' er als Rächer mir bei.
[9]  Staub der Leiden verhüllt mein Herz, Gott soll es bewahren! Niemals seyen getrübt spiegelnde Herzen so rein.
289
urn:cts:farsiLit:hafez.divan.perseus-far1:16.18-16.18
urn:cts:farsiLit:hafez.divan.perseus-eng1:16.18
German Translation
[1]  Alles Holde vereint dies Mondenantlitz,Doch nicht Treue; o Gott! verleih' ihm Treue!
[2]  Mein Geliebter ist ein gepriesner Knabe,Schuldlos bringt er mich einstens um durch Klagen.
[3]  Besser ist's, ich verwahr' mein Herz; denn KnabenUnterscheiden das Böse nicht vom Guten.
[4]  Milch und Zuckergeschmack entströmt dem Monde,Wenn das Nicken des Augs gleich Blut vergießet.
[5]  Einen Götzen von vierzehn Jahren hab' ich,Dessen treu'ster Sklav der volle Mond ist.
[6]  Dieser Rose zu lieb entfloh mein Herz, o Gott!Lange hab' ich es nicht gesehen, wo ist es!
[7]  Weil die Heere des Freund's das Herz so schlagenWird der Kaiser dieselben hoch belohnen.
[8]  Dankbar will ich verspenden meine SeeleWenn die Perle des Aug's Hafisens ruhet.
160
urn:cts:farsiLit:hafez.divan.perseus-far1:10.61-10.61
urn:cts:farsiLit:hafez.divan.perseus-eng1:10.61
German Translation
[1]  Die Einsamkeit ist schön, Sobald die Freundinn meine Freundinn ist, Sobald ich nicht mehr brenn'! Und sie das Licht von meinem Kreise ist.
[2]  Ich nehme diesen Ring Von Salomon um nichts in aller Welt, Weil manchesmal die Hand Von Arihman darauf gewesen ist.
[3]  O Herr! gestatt' es nicht, Der Nebenbuhler schweiget in dem Saal' Des Hochgenußes fort, Indeß Entbehrung mir geworden ist.
[4]  Zu dem Humai sag': O wirf nicht deinen Schatten auf das Land, Das mehr der Raben Ort Als edler Papageyen Wohnung ist.
[5]  Was brauchet es noch mehr Vom Herzensbrande einen Kommentar, Er wird ja leicht erkannt Am Feuer, das in meinen Worten ist.
[6]  Aus meinem Kopfe geht Die Sehnsucht deines Aufenthaltes nicht, Weil dort das irre Herz Des armen Fremdlings wie zu Hause ist.
[7]  Und hätte auch Hafis Zehn Zungen, wie die Lilien, er schwieg' Den Rosenknospen gleich, Weil durch die Lieb' sein Mund versiegelt ist.
59
urn:cts:farsiLit:hafez.divan.perseus-far1:4.45-4.45
urn:cts:farsiLit:hafez.divan.perseus-eng1:4.45
German Translation
[1]  Ich hoffe Gnade von dem Freund, Ich habe zwar vor ihm gefehlt, Er aber wird mir verzeihen.
[2]  Ich weiß er übersieht die Schuld, Denn er ist schön wie die Peris Und doch auch gut wie ein Engel.
[3]  So viel hab' ich geweint um Ihn, Daß Jedermann zu mir gesagt: Woher die Ströme der Thränen? Ich spielte Ballen mit dem Kopf Vor deinem Haus; wer kennt das Haus, Die Ballen, wessen sie seyen?
[4]  Dein Mund ist nichts, ich seh ihn nicht, Und deine Mitte ist ein Haar. Ich weiß nicht welches der Haare.
[5]  Dein Bild im Auge wundert mich, Ich wasche es mit Thränen stets, Und doch wird's nimmer verwischet.
[6]  Dein Haar schlägt todt, und redet nicht. Wer wagt es wohl mit deinem Haar Noch Widerrede zu führen!
[7]  Vor vielen Tagen kam zu mir Von deinem Lockenschmuck ein Duft, Noch riecht das Herz von demselben.
[8]  Hafis! zerstört ist dein Gemüth - Doch sey es; ward es ja zerstört Vom Duft der Locken des Freundes.
269
urn:cts:farsiLit:hafez.divan.perseus-far1:15.3-15.3
urn:cts:farsiLit:hafez.divan.perseus-eng1:15.3
German Translation
[1]  O Herz, das gute GlückSey als Gefährte dir genug!Der Hauch des Gartens von SchirasSey dir als Bot' genug.
[2]  Derwisch entfern' dich nichtDurch Reisen von des Liebchens Ort,Die Reise in Gedanken sey,Die Zelle dir genug!
[3]  Und stürmt der Schmerz auf dichHer aus des Herzenshinterhalt,So ist des Wirthes Hof für dichAls Zufluchtsort genug.
[4]  Komm' auf den ersten PlatzDes Schenkensoffa's trinke Wein,Denn statt der Ehren und des Gold'sDies zu gewinnen ist genug.
[5]  Verlange nicht zu vielUnd mache selbst dir Alles leicht,Denn eine Flasche voll mit Wein,Ein Mond ist dir genug.
[6]  Der Himmel giebt den ZaumDer Wünsche nur Unwissenden,Du bist gelehrt und tugendhaftDer Sünden ists genug.
[7]  Verlasse dich ja nicht HafisAuf Gnaden Anderer, es istFür beide Welten Gottes Gnad'Des Schahes Gnad' genug.
[8]  Für dich Hafis bedarf es wohlKein überflüßiges Gebet,Des Abends und des Morgens istDein Beten schon genug.
383
urn:cts:farsiLit:hafez.divan.perseus-far1:29.2-29.2
urn:cts:farsiLit:hafez.divan.perseus-eng1:29.2
German Translation
[1]  So viel ich mein Leiden den Aerzten geklagt, Sie heilten mich Elenden nicht.
[2]  O sage der Rose von Dornen umhegt: Schämst du vor Bülbülen dich nicht?
[3]  Verleih' mir so lange das Leben, o Herr! Bis daß den Geliebten ich seh'. Ich habe den Freunden mein Leiden geklagt, Wer hehlet die Krankheit dem Arzt?
[4]  Die Perle der Liebe ist ferne vom Ring. Es geh' nicht den Neidern nach Wunsch.
[5]  O Schwelger am Tisch des Genusses, wie lang, Wie lange entbehre ich noch!
[6]  Es diente Hafis nicht der Welt zum Gespött, Vernähm' er den heilsamen Rath.
227
urn:cts:farsiLit:hafez.divan.perseus-far1:10.128-10.128
urn:cts:farsiLit:hafez.divan.perseus-eng1:10.128
German Translation
[1]  Wahr ist's, wie wohl das Wort Dem Prediger nicht behagen wird, Daß mit der Gleißnerei, Er nie rechtgläubig werden wird.
[2]  Betrinke dich und sey Freygebig, sittsam, weil ein Thier, Das keinen Wein berührt, Doch nie zum Menschen werden wird.
[3]  Des Menschen Herz sey rein, Daß es der Gnaden würdig sey, Indem nicht jeder Stein Zu Perlen und Korallen wird.
[4]  Der Name Gottes wirkt Schon von sich selber, o mein Herz! Indem aus Gleisnern nie Ein Salomon erstehen wird.
[5]  Die Liebe sing' ich nun, Und hoff', daß diese Wissenschaft, Nicht wie die übrigen, Mir Noth und Mangel bringen wird.
[6]  Noch gestern sagte sie: Thu' morgen, was du willst, Verspreche mir, o Herr! Daß sie ihr Wort nicht reuen wird.
[7]  Ich fleh' zu Gott für dich, Um eine mildere Natur, Weil sonst mein armes Herz Ein andermal zerstöret wird.
[8]  So lang dem Sonnenstaub An Muth es mangelt, o Hafis! Wiß, daß er nie sich auf Zum Aug' der Sonne schwingen wird.
473
urn:cts:farsiLit:hafez.divan.perseus-far1:32.45-32.45
urn:cts:farsiLit:hafez.divan.perseus-eng1:32.45
German Translation
[1]  Schätze die Zeit nach ihrem Werth, und benütz' sie nach Kräften, Denn vom Leben gehört stets nur der Augenblick uns.
[2]  Wenn dir das niedrige Loos die Erfüllung des Wunsches verheißet, Trachte, daß du vom Glück Freudenmomente dir raubst.
[4]  Freylich Derwisch, du möchtest kosten die Wonne des Weins, Bist du weise, so thu' nichts was Reue dir bringt.
[5]  Breche du immer den Topf, was kennet der Weise den Werth wohl Vom Granatrubin, den du im Hause dir hältst.
[6]  Vom Nachtwandler Gebet nicht verlange süßmundiger Knabe, Salomons Siegelring wirkt durch ein einziges Wort.
[7]  Höre den Rath der Verliebten, und komm' zur Freude zurücke, Denn sie wieget auf alle Geschäfte der Welt.
[8]  Mir ist entfloh'n mein geliebter Jusuf ihr freundlichen Brüder, So wie Chanaan's Greis härme ich Armer mich ab.
[9]  Hüte dich vor den Zellenbewohnern vom Rausche zu sprechen, Keinem profanen Arzt traue das Heimliche an.
[10]  Wo du geh'st vergießen das Blut des Volkes die Wimpern, Seele gehe geschwind, daß du nicht bleibest zurück.
[11]  Freilich hab' ich gewarnet mein Herz vom Pfeile der Augen, Aber der Brauen Schütz hat es gelocket hervor.
[12]  O versammle durch Güte und Huld die Zerstreuten, Es versammelt um sich alle Zerstreuten dein Haar.
[13]  Bist du mit mir zufrieden mein Abgott steinernen Herzens Will ich dem zweiten Aßaf gerne vertrauen mein Herz.
88
urn:cts:farsiLit:hafez.divan.perseus-far1:4.74-4.74
urn:cts:farsiLit:hafez.divan.perseus-eng1:4.74
German Translation
[1]  Ein Wörtlein hörte ich, das Jakob einst gesagt, Der Schmerz der Trennung von dem Freund wird nicht gesagt,
[2]  Was uns der Prediger vom jüngsten Tag erzählt, Hat er als Gleichniß nur vom Tag der Flucht gesagt.
[3]  Wer giebt mir Kunde von dem fortgereis'ten Freund, Der Ost hat alles so verwirret angesagt.
[4]  O weh! Der Freunde Feind, der liebelose Mond Hat ohne Müh' den Freunden Lebewohl gesagt.
[5]  Ich will getrost, selbst Nebenbuhlern dankbar seyn, Mein Herz, gewohnt an Schmerz, hat Arzney'n entsagt.
[6]  Vertreibt den alten Gram mit Wein, mit altem Wein, Dies macht das Herz vergnügt, so hat der schlaue Greis gesagt.
[7]  Vertrau nicht auf den Wind, selbst wenn er günstig bläst. Dies Sprichwort hat zu Salomon der Ost gesagt.
[8]  Giebt dir das Schicksal Frist, verlasse nicht den Weg, Wer sagt daß eine Metze dem Betrug entsagt?
65
urn:cts:farsiLit:hafez.divan.perseus-far1:4.51-4.51
urn:cts:farsiLit:hafez.divan.perseus-eng1:4.51
German Translation
[1]  Schöner's als Gartengespräch und Frühlings Vergnügen, was ists? Wo ist der Schenke, warum zaudert er, sage was ists?
[2]  Jede fröhliche Zeit, die dir sich biete, ergreife, Keiner erfuhr das Geschäft, und an dem Ende, was ists?
[3]  Siehe das Leben, es hängt an einem einzigen Haare, Friß den eignen Verdruß, frage nicht weiter: was ists?
[5]  Fromme und Trunkene sind die Kinder des nämlichen Stammes, Wem ergab ich mein Herz? Was ist zu wählen? Was ists?
[6]  Wie erkennet die Welt, was in dem Innern versteckt liegt? Gegner, was streitest du wohl mit dem Verborgnen? Was ists?
[7]  Wird auf des Dieners Versehn nicht einige Rücksicht genommen? Was ist Erbarmung alsdann? Was ist Verzeihung? Was ists?
[8]  Fromme begehren den Quell Keweser, ich begehre des Weines, Zwischen beider Wunsch, was ist dazwischen, was ists?
127
urn:cts:farsiLit:hafez.divan.perseus-far1:10.28-10.28
urn:cts:farsiLit:hafez.divan.perseus-eng1:10.28
German Translation
[1]  Vor deinem Angesicht Der Mond nicht Schimmer hat, Die Rose keine Glanz Vor deinen Wangen hat.
[2]  Des Herzens Posten sind Der Augen hohe Brau'n; Solch einen schönen Ort Kein Fürst und König hat.
[3]  Was thut des Herzens Rauch Den Wangen denn zu Leid? Du weißt, ein Spiegel nichts Vom Hauch zu fürchten hat.
[4]  Wie frech ist die Narziß', Daß sie vor dir noch blüh't, Daß mit zerriß'nem Aug', Sie wenig Sitte hat.
[5]  Ich sehe, daß das schwarze Aug' Das dir im Kopfe rollt, Auf keinen alten Freund Die kleinste Rücksicht hat.
[6]  Herold, der Schenke gieb Mir nur ein Rotel Wein's, Auf's Wohlseyn unseres Scheihs Der keine Pfründe hat.
[7]  Du trinke Blut und schweig', Indem das zarte Herz, Für solche Klagen nicht Geduld und Muße hat.
[8]  Geh' hin und wasch' mit Blut Den Aermel Jedermanns, Der nicht zur Schwell' der Thür', Den Weg gefunden hat.
[9]  Ich bin es nicht allein, Den dieses Haar verfolgt, Wer ist's, der in der Brust Kein Brandmaal hat?
[10]  Hafisen schmähle nicht, Er liegt anbetend da, Ein Freygeist in der Lieb' Auch keine Sünde hat.
459
urn:cts:farsiLit:hafez.divan.perseus-far1:32.31-32.31
urn:cts:farsiLit:hafez.divan.perseus-eng1:32.31
German Translation
[1]  Mit Schönheits-Linien, die du Auf deinen Wangen ziehst, Ist's sicher, daß du einen Strich Durch Rosenbeete ziehst.
[2]  Betracht', daß meine Thränen, (die In dem Harem der Brust Geheimnißvoll versenket sind) Du auf den Markt hinziehst.
[3]  Ha, wie mit deiner Locken Duft Du jeden Augenblick, Dem Ostwind gleich ein jedes Herz In deine Bande ziehst!
[4]  Und wie du jeden Augenblick Durch dein berauschtes Aug', Und durch der trunknen Lippen Duft Mich in die Schenke ziehst.
[5]  Du sprichst, es ziemt sich, daß dein Haupt In meinen Banden sey, Sehr wohl! wenn du nur diese Last Mit Freuden nach dir ziehst.
[6]  Soll ich mich wider deine Brau'n Berathen mit dem Aug'? O weh! des Bogens, welchen du Straf auf mich Kranken ziehst.
[7]  Komm', daß von deinem Angesicht Ich wend' das böse Aug', O frische Rose! welche du Den Saum durch Dornen ziehst.
[8]  Hafis! wiewohl du dir verlangst Die Güter dieser Welt, Das Beste ist doch, daß du trinkst Und Freundeslocken ziehst.
344
urn:cts:farsiLit:hafez.divan.perseus-far1:28.36-28.36
urn:cts:farsiLit:hafez.divan.perseus-eng1:28.36
German Translation
[1]  Lange schon ziel ich nach meinem höchsten Wunsche, Fleh' auf Kosten von meinem guten Namen.
[2]  Daß nicht ohne den Mond die Zeit verfließe. Stellte ich auf dem Weg ein Vogelnetz auf,
[3]  Wo ist Mihr und Wefa, Oreng, Gültscheher Leer für mich ist der Platz zurückgeblieben.
[4]  Kommt von dieser Cypresse zu mir Kunde, Bring ich Bothschaft der Liebe allen Schönen.
[5]  Weiß ich gleich, daß sie mir nicht Ruhe schenket, Fahr ich doch immer fort, auf sie zu losen.
[6]  Meinen Kummer vollenden heisse Seufzer, Die ich Abends und Morgens blutig stöhne.
[7]  Außer mir, und voll Reue, gleich Hafisen, Stoß ich Gläser an in frommen Kreisen.
67
urn:cts:farsiLit:hafez.divan.perseus-far1:4.53-4.53
urn:cts:farsiLit:hafez.divan.perseus-eng1:4.53
German Translation
[1]  Dieses seelenverbrennende Licht, von wo ist es? Es hat mein Herz verbrannt, Fraget seine Geliebte: Wer ist es?
[2]  Meines Herzens und Glaubens Gebäu ist zerstöret. Wer wird von Ihr umarmt? Und Ihr Zimmergenoße Wer ist es?
[3]  Ihrer Lippen Rubinengetränk sey nie ferne! Ihr Wein, wem giebt er Geist? Welchem reicht Sie den Becher? Wer ist es?
[4]  Fragt, o fraget doch Winde, wem wurde der Umgang Mit diesem hellen Licht Zugesaget vom Himmel? Wer ist es?
[5]  Schauet, Jeglichem winket der Reiz der Geliebten, Allein Ihr zartes Herz, Wer umstricket dasselbe? Wer ist es?
[6]  Jenes Mondengesicht mit der Stirne des Hespers, Wessen Schahes Sohn? Wessen einzige Perle Wohl ist es?
[7]  Wehe! Wehe dem närrischen herzen Hafisens! Mit Lächeln sprach Sie: Wer Hat es gemacht zum Narren? Wer ist es?
108
urn:cts:farsiLit:hafez.divan.perseus-far1:10.9-10.9
urn:cts:farsiLit:hafez.divan.perseus-eng1:10.9
German Translation
[1]  Fürst! des Himmels Kugel soll Unter deinem Schlägel seyn! Und das Feld der Zeit, des Raums Soll für dich der Rennplatz seyn! Alle Länder hat erfüll't, Und in alle Winde gieng Deines Edelsinnes Ruf, Soll die Wach' und Obhut seyn.
[2]  Sieh das Haar der Braut des Siegs Ist im Roßschweif ganz verstrickt, Der Erobrung Auge soll Stets verliebt in selben seyn.
[3]  Deinen Ruhm und deine Macht Singt im Himmel nur Merkur; Der Verstand der Rose soll Deines Siegels Diener seyn.
[4]  Ueber deinen Cederwuchs Zürnt des Paradieses Baum; Deines Vorhofs weitem Raum Soll der Himmel neidig seyn.
[5]  Nicht nur Thür und Baum und Stein, Sondern was nur in der Welt Sonsten noch bestehen mag, Soll dir unterthänig seyn. Sieh der Eifer deines Lobs Warf Hafisen auf das Bett, Deine große Güte soll Deines Lobers Heilkraft seyn.
89
urn:cts:farsiLit:hafez.divan.perseus-far1:4.75-4.75
urn:cts:farsiLit:hafez.divan.perseus-eng1:4.75
German Translation
[1]  Herr! o mach daß mein Freund mit Wohlseyn wieder zurückkehr', Daß er mich befrey von dem Gerede des Volks.
[2]  Bringt mir her den Staub von diesem gereiseten Freunde, Mein weltsehendes Aug' bleib' im Besitze davon.
[3]  Wehe! wehe! der Weg ist verrennt von allen vier Seiten, Durch die Locken, durchs Maal, durch das Gesicht und den Wuchs.
[4]  Heute, da ich noch in deiner Gewalt bin, erbarme dich meiner! Morgen nützen nichts mehr Thränen der Reue dem Staub.
[5]  Du, der mit trockenem Wort die Lieb' erklärst und erläuterst, Lebe wohl! mit dir hab' ich zu sprechen kein Wort.
[6]  Ueber das Schwerdt der Geliebten Derwisch! sollst klagen nicht länger, Denn sie machen sich noch mit den Erschlagenen groß.
[7]  Du, verbrenne dein Kleid, es haben die Brauen des Schenken Den Altar des Imans einmal für immer zerstört.
[8]  Gott behüte, daß ich mich deiner Härte beklage, Unrecht von Schönen verübt, dünket mir Gnade und Huld.
[9]  Nimmer endet Hafis von deinen Locken die Sage: An dem Tag des Gerichts hat er geknüpft das Band.
390
urn:cts:farsiLit:hafez.divan.perseus-far1:29.9-29.9
urn:cts:farsiLit:hafez.divan.perseus-eng1:29.9
German Translation
[1]  Die Krone der Fürstinn, Der Rose zeigte sich auf Fluren. Es sey den Cedern und Jasminen Gesegnet die Ankunft.
[2]  Nun stehet in Wahrheit Der Kaiserthron an seinem Orte, Es setze sich ein Jeder auf den Ihm eigenen Platz hin.
[3]  Dem Ringe Dschemschidens Gieb von dem guten Ende Kunde, Der große Name, der ihn zeichnet, Bezwingt Ahrimanen.
[4]  Es blühe beständig Das hohe Haus, das du bewohnest, Von dessen Thürenstaub ein Lüftchen Erbarmender Huld weht.
[5]  Die Größe des Sohnes Peschengs, sein Schwert, das Welten zwinget, Ist durch des Schahrame's Geschichten Zur Sage geworden.
[6]  Den Renner des Himmels, Bezäumtest du mit deinem Zügel, O Reiter, du bist auf dem Rennplatz, Nun schlage den Ballen.
[7]  Es strahlen die Reiche Durch deines Säbels Glanz und Wasser, O pflanze du den Baum des Rechtes, Entwurzle die Bösen.
[8]  Was ist es zu wundern? Wenn du so süß und milde duftest, Und wenn die Düfte Chotens hauchen, Iredschische Steppen.
[9]  Die Winkelbewohner Erwarten deine Schmeicheleien, Entblöß' den Kopf von deiner Mütze, Zerreiße den Schleier.
[10]  Ich fragte die Klugheit: O trinke Wein, Hafis! so sprach sie, O Schenke! reiche uns den Becher, Dem Rathe zu folgen.
[11]  Ostwind dem Schenken Beim Fest der Atabegen melde, Daß er von jenem goldnen Glase Den Hefen mir gebe.
6
urn:cts:farsiLit:hafez.divan.perseus-far1:1.6-1.6
urn:cts:farsiLit:hafez.divan.perseus-eng1:1.6
German Translation
[1]  Wer überbringet das GesuchDen Freunden des Sultanes?Vom Bettler wende nicht den BlickFür deine Herrschaft dankbar.
[2]  Ich flücht' vom Nebenbuhler, derDes Teufels ist, ich flüchteZu meinem Gott, vielleicht daß ErDurchs Feuer ihn verzehret.
[3]  Wenn deine schwarzen Wimpern dirZum Blutvergießen winken,So denke, daß sie Schelme sind,Laß dich ja nicht verführen.
[4]  Du steckst die ganze Welt in Brand,Wenn deine Wangen leuchten,Sag' an, was hast du denn davonDaß du nicht milder herrschest? Geliebte was für Formen sindDem Liebenden erschienen!Welch ein Gesicht dem Monde gleichUnd Wuchs, gleich der Cypreße!
[5]  Ich hoffe ganze Nächte langDaß mit dem Hauch des MorgensMir eine Kunde kommen wirdVon meinen trauten Freunden.
[6]  Es blutet längst mein armes HerzDurch deine Zauberaugen.O meine Theure blicke herWie du mich hast ermordet!
[7]  Hafis! wenn jetzt im TrennungsstandDein Herz sich schon verblutet,Was harret sein, wenn einst GenußDasselbe soll beglücken.
494
urn:cts:farsiLit:hafez.divan.perseus-far1:32.66-32.66
urn:cts:farsiLit:hafez.divan.perseus-eng1:32.66
German Translation
[1]  O Herz! wenn du aus diesem Brunn' Des Kinns herauskömmst, Ich weiß, daß du wo immer dann Mit Reu herauskömmst.
[2]  So gieb dann Acht, und höre was Die Seele flüstert, Daß du nicht aus dem Paradies Zuletzt herauskömmst.
[3]  Mein Herz, wenn dir der Himmel nichts Zu trinken reichet, Und wenn du durstig von dem Quell Der Kraft herauskömmst;
[4]  Ich will mich wie der Morgen weih'n, Aus bloßer Sehnsucht, Vielleicht, daß wie die Sonne du Mit Glanz herauskömmst.
[5]  Von mir empfängst du, wie der Ost, Den Hauch des Muthes, Daß du wie Rosen wohlgemuth Vom Dorn herauskömmst.
[6]  Es kam in finstrer Trennungsnacht Die Seel' zum Munde, Nun ist es Zeit, daß wie der Mond Du auch herauskömmst.
[7]  Dem Aug' entströmt ein Thränenbach Vor deiner Thüre, Daß du, wie die Cypreß' zur Fluth, Mit Huld herauskömmst. Du sitzest lange schon im Haus Der Schmach, des Grames. Es ist schon Zeit, daß du zum Glück Des Schahs herauskömmst.
[8]  Hafis! o gräme dich nicht sehr, Weil dieser Jussuf Einst wieder kömmt, und du alsdann Vom Gram herauskömmst.