147
urn:cts:farsiLit:hafez.divan.perseus-far1:10.48-10.48
urn:cts:farsiLit:hafez.divan.perseus-eng1:10.48
German Translation
[1]  Der Ostwind hat gestern mir Kunde gebracht, Es seyen die Tage des Lebens vollbracht.
[3]  O komme Geliebte, die vom Paradies Der Hüter für mich auf die Erde gebracht.
[4]  Wir geh'n nach Schiras mit der Hülfe des Freunds; Ein guter Gefährt, den das Glück mir gebracht!
[5]  O halte in Ehren das weiche Gemüth, Es hat oft die Krone des Königs gebracht.
[6]  Wie viele der Seufzer versandt' ich zum Mond, Seit ich meinen Mond in Erinnrung gebracht.
[7]  Hafis hob zum Himmel die Fahne des Siegs, Als er die Gedichte dem Schahe gebracht.
342
urn:cts:farsiLit:hafez.divan.perseus-far1:28.34-28.34
urn:cts:farsiLit:hafez.divan.perseus-eng1:28.34
German Translation
[1]  Sieh! des Körpers Staub ist der Schleier des Seelengesichtes, Selige, selige Zeit, flieget der Schleier empor!
[2]  Solch ein Käficht geziemt nicht einem lieblichen Sänger, Richte nach Eden den Flug, du bist ein Vogel von dort.
[3]  Weßhalb ich kam, und wo ich gewesen, ist immer noch dunkel, Wehe, wehe daß ich immer so unbesorgt war!
[4]  Wie ist's möglich, daß ich die Welt der Geister umkreise? Ich bin im Körpernest immer ein Sklave des Maals. Ich, der den Blick hinauf zu den Sitzen der Seligen richte, Wähl' ich zum Vaterland dieses verwüstete Gau?
[5]  Weht vom Blute des Herzens der Duft des Moschus zu dir hin, Wund're dich nicht, denn ich theil' auch mit dem Moschus den Schmerz.
[6]  Halte dem äußern nach mich nicht für gerad' wie die Kerze, Inner des Hemdes steckt manches verborgene Maal.
[7]  Komm! o komm! und raube Hafisen sein eigenes Wesen, Keiner höre von mir, wer ich denn eigentlich sey.
25
urn:cts:farsiLit:hafez.divan.perseus-far1:4.11-4.11
urn:cts:farsiLit:hafez.divan.perseus-eng1:4.11
German Translation
[1]  Die rothe Rose blühet auf, Die Nachtigall ist trunken, Nun laßt dem Trinken freyen Lauf, Ihr Weinverehrer!
[2]  Der Bau der Reu', er schien so fest, Als wär' er ganz von Steine, O seht, wie das kristallne Glas Ihn schon zerschlagen.
[3]  Er bringet Wein, denn vor dem Thron Der unsern Wunsch erhöret, Gilt Weiser gleich, und Trunkenbold Und Fürst und Wächter.
[4]  Da ich einmal verlassen muß Dies Gasthaus mit zwey Pforten, So gilt es gleich, mein Lebenslauf Sey hoch, sey niedrig.
[5]  Es ist nicht möglich ohne Gram Und ohne Leid zu leben, Denn an dem Tag des Looses ward Uns Leid beschieden.
[6]  Um Seyn und Nichtseyn sorg' dich nicht, Sey immer frohen Herzens, Das Ende jeder Treflichkeit Ist die Vernichtung.
[7]  Die Pracht, Aßaff, der Ostwindgaul, Der Vögelsprache Kunde, Ist alles in den Wind zerstiebt, Und nützte nichts dem Herrn.
[8]  Du schwing' dich vom geraden Weg Nicht in die Luft mit Flügeln, Der Pfeil fliegt in die Höh', und fällt Alsdann zur Erde.
[9]  Wie kann die Zunge deines Kiels Dafür Hafisen danken, Daß deine Worte stets von Mund Zu Munde fliegen.
218
urn:cts:farsiLit:hafez.divan.perseus-far1:10.119-10.119
urn:cts:farsiLit:hafez.divan.perseus-eng1:10.119
German Translation
[1]  Wer von Ewigkeit her die Huld des Glückes verdient hat, Wird in Ewigkeit hin trinken den Becher nach Wunsch.
[2]  Als ich den Wein begehrte, da überfiel mich die Reue, Nach gekosteter Frucht, sagte ich, werd' ich's bereu'n.
[3]  Nun gesetzt, ich nähm' auf die Schultern den Teppich wie Lilien, Wäre mein Ordenskleid doch rosengefärbet vom Wein,
[4]  Ohne das Licht des Weins vermag ich nicht einsam zu sitzen, Des Vernünftigen Zell' ist ja beständig erhellt.
[5]  Fröhlichen Muths! wenn auch das Glas nicht mit Steinen besetzt ist, Wackeren Trinkern gilt Nektar der Reb' als Rubin.
[6]  Scheinet mein Thun gleich ohne Besinnung, so ist es doch ernsthaft, Denn das Betteln gilt hier mir für die Würde des Schahs.
[7]  Siehst du gute Männer mein Herz, so fliehe die Bösen, Böser erlernter Brauch ist von der Thorheit ein Maal.
[8]  Jetzt im Frühling, im freundlichen Kreis, bei trauten Gesprächen Nicht zu nehmen das Glas von dem Geliebten ist dumpf.
[9]  Sehet, Hafis trinkt Wein im Verborgenen, so sagte ein Frommer; Frommer! was heimlich geschieht, ist noch nicht Sünde deßhalb.
331
urn:cts:farsiLit:hafez.divan.perseus-far1:28.23-28.23
urn:cts:farsiLit:hafez.divan.perseus-eng1:28.23
German Translation
[1]  Wenn sie mich mit dem Schwerdte mordet, So halt' ich sie nicht zurück, Und wenn sie Pfeile auf mich schießet, So halt' ich es für ein Glück.
[2]  O saget unsrer Bogenschützinn, Sie brauche mich statt des Pfeils. Von ihrer Hand, vor ihren Füßen Ereilet mich dann der Tod.
[3]  Wenn ob dem Gram und Schmerz des Glückes Die Haltung verlohren geht, Wer kann wohl anders, als der Schenke Die Hand ergreifen alsdann.
[4]  O komm' herauf du lang ersehnter, O Morgen der Hoffnung komm. Denn es ist in der Nacht der Trennung, Mir leider verstricket die Hand.
[5]  O komm' du Alter aus der Schenke, O komm, daß du helfest mir, Vergnüge mich mit einem Hefen, Schon lange bin ich ein Greis,
[6]  Ich hab' bei deinen Haaren gestern, Ich habe gethan den Schwur. Ich zieh' den Kopf aus deinen Haaren, In's Künftige nicht zurück.
[7]  Verbrenne du Hafis vor allen, Verbrenne die Bescheidenheit, Eh' eine andre böse Flamme Dieselbe vielleicht ergreift.
65
urn:cts:farsiLit:hafez.divan.perseus-far1:4.51-4.51
urn:cts:farsiLit:hafez.divan.perseus-eng1:4.51
German Translation
[1]  Schöner's als Gartengespräch und Frühlings Vergnügen, was ists? Wo ist der Schenke, warum zaudert er, sage was ists?
[2]  Jede fröhliche Zeit, die dir sich biete, ergreife, Keiner erfuhr das Geschäft, und an dem Ende, was ists?
[3]  Siehe das Leben, es hängt an einem einzigen Haare, Friß den eignen Verdruß, frage nicht weiter: was ists?
[5]  Fromme und Trunkene sind die Kinder des nämlichen Stammes, Wem ergab ich mein Herz? Was ist zu wählen? Was ists?
[6]  Wie erkennet die Welt, was in dem Innern versteckt liegt? Gegner, was streitest du wohl mit dem Verborgnen? Was ists?
[7]  Wird auf des Dieners Versehn nicht einige Rücksicht genommen? Was ist Erbarmung alsdann? Was ist Verzeihung? Was ists?
[8]  Fromme begehren den Quell Keweser, ich begehre des Weines, Zwischen beider Wunsch, was ist dazwischen, was ists?
139
urn:cts:farsiLit:hafez.divan.perseus-far1:10.40-10.40
urn:cts:farsiLit:hafez.divan.perseus-eng1:10.40
German Translation
[1]  Mein Gesicht lag auf dem Weg, Keinen Schritt hat er vorbeigethan. Viel des Süßen harrte sein, Keinen Blick hat er auf mich gethan.
[2]  Meine Thränen konnten nicht Schwemmen aus dem Herzen seinen Groll, Regentropfen haben nie Wirkung auf den Marmorstein gethan.
[3]  Herr! bewahr' in deiner Huth Diesen Jüngling, der die Herzen raubt, Welcher keine Gegenwehr Wider Seufzerpfeile hat gethan.
[4]  Meiner Klagen Wehgetön, Ließ nicht ruhen Vögel, Fische nicht. Aber sieh! das Schelmenaug' Hat vom Schlaf kein Auge aufgethan.
[6]  Meine Seele, sage: wo Ist das fühlungslose Herz aus Stein, Das sich wider seinen Pfeil Nicht als Schild hat gern hervorgethan.
[7]  Deine Lieder, o Hafis, Sind so schön, daß, wer sie kennt, sie lernt. Einmal dem Gedächtniß eingeprägt, Werden sie durch nichts mehr ausgethan.
394
urn:cts:farsiLit:hafez.divan.perseus-far1:29.13-29.13
urn:cts:farsiLit:hafez.divan.perseus-eng1:29.13
German Translation
[1]  Dein Mondgesicht, o Liebchen! ist Ein Frühlingstag der Schönheit. Es ist dein Flaum, es ist dein Maal Der Mittelpunkt der Schönheit.
[2]  In deinem Funkelauge ist Ein Zauberspruch geschrieben, In den verwirrten Locken liegt Beständigkeit der Schönheit.
[3]  Ein Mond, dir ähnlich, gieng nie auf Am Himmel der Vollendung. Und keine Zeder, die dir gleicht, Wuchs je am Strom der Schönheit.
[4]  Der Lebenslauf der Schönen wird Erfreut durch deine Anmuth. Durch deine Lieblichkeit wird froh, Der Weltenlauf der Schönheit.
[5]  Die Locken sind ein Netz, es ist Das Maal ein Korn der Lockung, Darum ist jeder Vogel stets Die Beute deiner Schönheit.
[6]  Der Anmuth Amme nähret dich In unsrer Seelen Mitte, Sie nähret dich mit Schmeichelei'n Am Busenrand der Schönheit.
[7]  Um deine Lippen blüht so frisch Die Veilchensaat des Flaumes, Weil sie das Lebenswasser trinkt Frisch aus dem Quell der Schönheit.
[8]  Es hofft Hafis nun nimmermehr Dein Angesicht zu sehen. Denn außer deinen Wangen giebt Es Nichts im Land der Schönheit.
127
urn:cts:farsiLit:hafez.divan.perseus-far1:10.28-10.28
urn:cts:farsiLit:hafez.divan.perseus-eng1:10.28
German Translation
[1]  Vor deinem Angesicht Der Mond nicht Schimmer hat, Die Rose keine Glanz Vor deinen Wangen hat.
[2]  Des Herzens Posten sind Der Augen hohe Brau'n; Solch einen schönen Ort Kein Fürst und König hat.
[3]  Was thut des Herzens Rauch Den Wangen denn zu Leid? Du weißt, ein Spiegel nichts Vom Hauch zu fürchten hat.
[4]  Wie frech ist die Narziß', Daß sie vor dir noch blüh't, Daß mit zerriß'nem Aug', Sie wenig Sitte hat.
[5]  Ich sehe, daß das schwarze Aug' Das dir im Kopfe rollt, Auf keinen alten Freund Die kleinste Rücksicht hat.
[6]  Herold, der Schenke gieb Mir nur ein Rotel Wein's, Auf's Wohlseyn unseres Scheihs Der keine Pfründe hat.
[7]  Du trinke Blut und schweig', Indem das zarte Herz, Für solche Klagen nicht Geduld und Muße hat.
[8]  Geh' hin und wasch' mit Blut Den Aermel Jedermanns, Der nicht zur Schwell' der Thür', Den Weg gefunden hat.
[9]  Ich bin es nicht allein, Den dieses Haar verfolgt, Wer ist's, der in der Brust Kein Brandmaal hat?
[10]  Hafisen schmähle nicht, Er liegt anbetend da, Ein Freygeist in der Lieb' Auch keine Sünde hat.
91
urn:cts:farsiLit:hafez.divan.perseus-far1:4.77-4.77
urn:cts:farsiLit:hafez.divan.perseus-eng1:4.77
German Translation
[1]  O Du, ferne von mir! sey Gott befohlen! Ich Verbrannter, ich bin Dir gut von Herzen.
[2]  Glaub' nicht, daß ich die Hand von deinem Saume Lasse, bis mich das Tuch des Grabes umwickelt.
[3]  Zeige mir den Altar von deinen Brauen, Daß zum Morgengebet die Händ' ich hebe.
[4]  Soll nach Babel ich gehen, zum Zaubrer Harut, Alles würde versucht, dich mitzunehmen.
[5]  Daß ich sterbe, das willst du ungetreuer Arzt! den Knaben besuch', er harret Deiner.
[6]  Sieh', es fließet der Strom von meinen Thränen, Daß der Saamen der Lieb' aus Dir entsprieße.
[7]  Du vergoßest mein Blut, den Gram der Trennung Nahmst du aber hinweg, mit deinen Dolchen.
[9]  Du, verleihe mir Kraft, daß zu den Füßen Perlen ich streu' aus meinen Augen.
[10]  Wein und Mährchen Hafis geziemen dir nicht, Auch das kleinste Vergehn werd' ich bestrafen.
72
urn:cts:farsiLit:hafez.divan.perseus-far1:4.58-4.58
urn:cts:farsiLit:hafez.divan.perseus-eng1:4.58
German Translation
[1]  Der Liebe Weg ist unbegränzt, Die Seele wird dort aufgeopfert, Sonst ist kein Mittel.
[2]  Wenn du dein Herz der Liebe giebst, Ists gute Zeit und gute Dinge, Brauchen nicht Rath erst.
[3]  Erschreck' mich nicht mit der Vernunft, Bring' Wein; denn nichts hat sie als Wächterin Uns hier zu schaffen.
[4]  Dein Auge frag' wer mich erschlug, Mein süßes Kind! dies kömmt nicht meinem Schicksal zu Schulden.
[5]  Wie für den Neumond brauchts für Sie Ein scharfes Auge, denn nicht jeder Schauet den Mondkreis.
[6]  Benütz' die Trunkenheit mit Klugheit, Der Weg dazu ist, wie ein Schatz, nicht Jeglichem offen.
[7]  Hafisens Thräne rührt dich nicht, Bestaunenswürdig ist dein Herz, es Weicht nicht dem Marmor.
406
urn:cts:farsiLit:hafez.divan.perseus-far1:30.2-30.2
urn:cts:farsiLit:hafez.divan.perseus-eng1:30.2
German Translation
[1]  Sie sprach: du giengst hinaus den neuen Mond zu schauen, Als ob er nicht von meinen Brau'n beschämet würde.
[2]  Sie sprach: dein Herz ist längst in meinem Haar gefangen, Nicht sorglos sey deßhalb, die Freunde zu bewahren.
[3]  Verkauf' nicht den Verstand um's schwarze Haar der Freundin, Ihr gelten tausend Moschusblasen nicht ein Körnlein.
[4]  Es schießt empor der Treue und der Liebe Saamen. Sobald der Duft von dem Genuß der Freundinn wehet.
[5]  O Schenke bring' den Wein, ich will dir Etwas sagen, Vom alten Glücksgestirn, vom Lauf des neuen Mondes.
[6]  Es lehrt der neue Mond am Aufgang jeden Monats Die Krone Siameks und Schews sey längst verschwunden.
[7]  Hafis! beim alten Wirth ist alter Treue Zuflucht, Lies ihn, und hör', was er von Liebe lehret.
171
urn:cts:farsiLit:hafez.divan.perseus-far1:10.72-10.72
urn:cts:farsiLit:hafez.divan.perseus-eng1:10.72
German Translation
[1]  Von dem Aßaf ist Gestern Kunde gekommen, Es sey vom König Salomon Zur Lust Erlaubniß gekommen.
[2]  Mache vom Körper- Staub mit Thränen den Mörtel, Es ist für das verfallne Haus Die Zeit des Baues gekommen.
[3]  Vielerlei Worte Seine Reize zu loben, Sie sind ein Buchstab, der davon Nun ist zur Sprache gekommen.
[4]  Fleckige Kutte Verdecke unsere Fehler, Denn dieser Reine ist nur zum Besuch der Reinen gekommen.
[5]  Heute verlautet Was der Schönen Gehalt sey, Es ist der helle Mond des Kreises Zum Vorsitz herunter gekommen.
[7]  Auge der Ceder, Nimm den Glauben in Acht, Denn dieser Zaubrer Bogenschütz Ist nur zum Raube gekommen.
[8]  Armuth zu läutern, Suche Gnaden des Schahes, Denn seiner Großmuth reiner Stoff Ist, dich zu läutern, gekommen.
[9]  Seine Gesellschaft Ist ein Meer. Du ergreife Die Zeit! Gefallener! es ist Die Zeit des Handelns gekommen.
401
urn:cts:farsiLit:hafez.divan.perseus-far1:29.20-29.20
urn:cts:farsiLit:hafez.divan.perseus-eng1:29.20
German Translation
[1]  Wenn ich der Staub der Freundinn bin, So reinigt sie den Saum von mir, Und wenn ich sage: kehr' dein Herz So kehret sie sich ab von mir.
[2]  Sie zeigt ihr schönes Angesicht Der ganzen Welt den Rosen gleich, Und wenn ich sage: deck' es zu, So decket sie es zu vor mir.
[3]  Ich sprach zu meinem Aug', o schau', Sie einmal an mit einem Blick; Mein Auge sprach zu mir: Willst du Es fließ' ein blut'ger Strom von mir.
[4]  Sie dürstet stets nach meinem Blut, Nach ihren Lippen dürste ich, Erhalte ich vielleicht mein Ziel, Rächt sie sich wohl vielleicht an mir.
[5]  Entflöhe mir aus Bitterkeit Die Seele, wie Ferhaden einst, So macht es nichts, es bleiben einst Der süßen Sagen viel von mir.
[6]  Wenn ich wie Kerzen vor ihr steh', Lacht sie wie's Morgenroth zum Gram; Und wenn ich böse drüber bin, So zeiget sie sich böse mir.
[7]  Ihr Freunde! eines Kusses halb Gäb' ich die ganze Seele hin, Seht! wegen solcher Kleinigkeit Bleibt sie zurück im Lauf mit mir.
[8]  Versiegle doch dein Wort Hafis, Denn wenn du so die Liebe singst, So singet vor in jeder Eck' Die Liebe Zaubereien mir.
132
urn:cts:farsiLit:hafez.divan.perseus-far1:10.33-10.33
urn:cts:farsiLit:hafez.divan.perseus-eng1:10.33
German Translation
[1]  Ein Weiser hat mit hellen Fluthen Des Weins die Reinigung gemacht, Der Morgens, als er bei der Schenke Besuch gemacht.
[2]  Sobald der Sonne goldner Becher Sich an dem Himmelsplan versteckt, Wird von dem Neumond zum Gelage Der Wink gemacht.
[4]  Seht, der Imam, der uns zum Trotze Verläugnen wollte das Gebet, Hat mit dem Rebenblut die Kleider Befleckt gemacht. Komm in die Schenke, sieh', wie dorten Ich allgemein verehret bin, Wiewohl mir nichts als Seitenblicke Der Mönch gemacht.
[5]  Mein Herz hat von dem Ring der Locken Sich Seelenunruh eingekauft, Ich weiß nicht, was es für Gewinste Hiebei gemacht.
[6]  Erkundige um wahre Liebe Dich bei Hafisens Seele nur, Hat gleich dein Gram das Haus Hafisens Ganz öd gemacht.
259
urn:cts:farsiLit:hafez.divan.perseus-far1:13.2-13.2
urn:cts:farsiLit:hafez.divan.perseus-eng1:13.2
German Translation
[1]  Zwey Thränen, welche du, o Aug'!Geweinet hast,Versichern die LiebkosungenVon deinem Glück.
[2]  Ich bins, der's Auge aufgethanDen Freund zu seh'n,Wie dank' ich dir, o Gott,Vermitteler!
[3]  Wisch' nicht von deinem AngesichtDer Bitte Staub,Denn er ist für den WünschendenDer Weisen Stein.
[4]  O Herz! Lenk' nicht ob schlechtem WegDen Zügel ab,Es denken Reisende nicht aufBerg auf, Berg ab.
[5]  Wenn sich der Liebende mit BlutNicht reiniget,Gilt sein Gebet vor dem MuftiDer Liebe wohl? Was nützet mir der SchwätzermundDes Frühlingswind'sWenn die Cypreße selber nichtGeheimniß birgt.
[6]  In diesem Fabelort ergreiff'Nichts als das Glas,In diesem Spielerhause spiel'Nun Minnespiel.
[7]  Mit einem halben Kuß erkauf'Ein Herzgebet,Daß du an Seel und Leibe freyVon Banden seyst.
181
urn:cts:farsiLit:hafez.divan.perseus-far1:10.82-10.82
urn:cts:farsiLit:hafez.divan.perseus-eng1:10.82
German Translation
[1]  Mein ist künftig diese Hand, Und der hohen Ceder Saum, Deren luft'ge Höhe mich, Aus der Wurzel hat gerissen.
[2]  Keinen Sänger, keinen Wein Braucht es, heb' den Schleier auf, Deines Angesichtes Gluth Machet mich wie Sphären tanzen.
[3]  Nur dasjenige Gesicht Ist des Glückes Spiegelwand, Das gerieben ward am Staub, Von dem Hufe dieses Pferdes.
[4]  Dein Geheimniß habe ich, Aller Welt gesagt, nun sprich, Was du willst, unmöglich kann, Länger die Geduld mir dauern.
[5]  Bring mir diesen Moschushirsch, Jäger bring mir ihn nicht um, Schäm' vor seinem schwarzen Aug, Schäme dich ihn anzubinden,
[6]  Ich bin nicht im Stand den Staub, Aufzuheben von der Thür', Ach! wie könnte ich den Staub, Dieses Prachtpallastes küssen.
[7]  Wird Hafisens süßes Lied, Zu dem Saitenspiel gehöret, So verlieret selbst Kemal, In Chadschend den Muth zu singen.
337
urn:cts:farsiLit:hafez.divan.perseus-far1:28.29-28.29
urn:cts:farsiLit:hafez.divan.perseus-eng1:28.29
German Translation
[1]  Warum soll nach dem Vaterland Ich nicht begierig seyn! Warum soll ich im Freundegau Der Staub der Thür nicht seyn!
[2]  Da ich der Trennung Herzensleid Unmöglich tragen kann, Warum soll' ich in meiner Stadt Nicht selbst ein Kaiser seyn!
[3]  Ich will dort ein geheimer Rath, Von Liebe und Genuß, Ich dort der ergebne Sklav Von meinem Herzen seyn.
[4]  Des Todes Zeit ist ungewiß. Was kann ich Bessers thun, Als an dem Tage meines Tods Bei dem Geliebten seyn!
[5]  Wenn mir das blinde Glück im Schlaf Nicht meinen Willen thut, So werde ich in's Künftige Selbst mein Vertrauter seyn.
[6]  Verliebt seyn, und Betrunkenheit War immer mein Gebrauch, Nun will ich eifrig mich bemüh'n, Beschäftiget zu seyn.
[7]  Es weiset die des Ew'gen Huld Vielleicht den Weg Hafis, Wenn nicht, so wirst du ewig fort Deßhalb verbannet seyn.
415
urn:cts:farsiLit:hafez.divan.perseus-far1:30.11-30.11
urn:cts:farsiLit:hafez.divan.perseus-eng1:30.11
German Translation
[1]  Bote der Gnaden, gieb Kunde vom Freunde, Singe von Rosen der Nachtigall vor.
[2]  Säume dich nicht, denn wir sind die Vertrauten, Sage dem Freunde die Rede des Freunds.
[4]  Jeder, der saget: ihr Staub ist ein Balsam, Sage dies Wörtlein vor unserem Aug'.
[5]  Sage dem Frommen, der trinken verbiethet, Dieses erkläre du uns vor dem Wirth. Wenn von der Kanne der Fromme verführt wird, Sage: schenk' ein, mit dem Glas in der Hand.
[6]  Geh'st du vorbei an der Thüre des Glückes, Sprich nach entrichtetem Gruß und Gebet: Arme und Reiche vermischet die Liebe, König der Schönheit! den Bettler sprich an!
[7]  Bin ich auch böse, so schilt mich nicht deßhalb, Fürstlich verhehle des Bettlers Vergeh'n.
[8]  Lies dem Verarmten des Mächtigen Schreiben, Sprich zu dem Bettler von Königsgewalt. Da die Geliebte die Herzen verstreut hat, Sage dem Sinn, was in Lüften geschah.
[9]  Als die zwei Spitzen der Locken sich schlugen, Ha! wie ich brannte, verkünd' es, o Wind!
[10]  Worte der Weisen sind Nahrung der Seele, Gehe und frag' und erzähle uns dann.
[11]  Kommst du, Hafis, in des Fürsten Gesellschaft, Laß die Verstellung, und trinke den Wein.
275
urn:cts:farsiLit:hafez.divan.perseus-far1:16.4-16.4
urn:cts:farsiLit:hafez.divan.perseus-eng1:16.4
German Translation
[1]  Frommer komm' und pflücke Rosen,Häng' die Kutte an die Dornen,Tausch' das bittre OrdenslebenEin mit lieblich süßem Weine.
[2]  Klosterbrauch und MönchessitteLaß beim Ton der Laute fahren;Rosenkranz und Stole schenkeFür den guten Wein der Trinkern.
[3]  Schwere Tugend, die der SchenkeDer Geliebte dir nicht abkauft,Gieb im Kreis des FlurenfestesZum Geschenk den Frühlingswinden.
[4]  Der Rubin bezeichnet meinenWeg, o Herrscher der Verliebten,Schenke weg mein Blut an's GrübchenVon dem Kinne meines Freundes.
[6]  Freund, der du den Weg zum TrinkortDeines Wunsches hast gefunden,Schenke an mich Armen einenTropfen dieses Wonnemeeres.
[7]  Dankbar, weil dein Auge niemalsHat gesehen diese Götzen,Wirst du gerne mein VerliebtseynGottes Gnade überlassen.
[8]  Schenke! Wenn nun dein GebietherSeinen Morgensegen trinket,Sag' ihm: schick' den goldnen BecherAn Hafis, der Nächte wachet.